weihnachtstern wikipediaWeihnachten kommt, und auch heuer werden sie wieder zu Hunderttausenden den Besitzer wechseln, um mit weißem, lachsfarbenem, grellrotem oder bordeaux-farbenem Laubwerk den Festtagstisch zu schmücken. Um danach, wenn die bunten Hochblätter verwelkt sind, meist den Weg allen weltlichen Grüns in Richtung Biomüll zu gehen.

Gemeint sind die allgegenwärtigen Weihnachtssterne.

So kommerzialisiert sie in den letzten 2 Jahrzehnten wurden, so ranken sich um sie einige Geschichten. Die ursprüngliche Story, warum sie Weihnachtsschmuck sind, kenne ich in drei Varianten. Eine davon sei hier (gekürzt) wiedergegeben:

Es war einmal in Mexiko, in einer Zeit, als der Weihnachtsstern noch unscheinbar war.

Ein armes Geschwisterpaar hatte keine Geschenke, die es zu Weihnachten dem Christuskind vor die Krippe legen konnte. Da fassten sich der Bub und das Mädchen ein Herz, und sie rissen ein Unkraut, das vor der Kirche eine Statue überwucherte, ab und brachten es dem jungen Heiland dar. Verlacht von den anderen Leuten standen sie so vor den prächtigen Krippenlandschaft.

Und siehe da, die obersten Blätter des Krauts färbten sich in den Händen der armen Kinder strahlend rot und wurden zum prächtigsten Geschenk für den neugeborenen Heiland.

Von jenem Tag an nannte man die kräftig roten Blumen Flores de Noche Buena, oder Blumen der Heiligen Nacht, da sie ab nun jedes Jahr zur Weihnachtszeit blühten.

Die wunderschönste Wolfsmilch – so die wörtliche Übersetzung des lateinischen Namens – wurden angeblich erstmals im 17. Jhdt. von eingewanderten Franziskanermönchen als weihnachtlicher Kirchenschmuck verwendet.

Der amerikanischer Botschafter in Mexiko, Joel Poinsette, wurde 1828 auf die Pflanze aufmerksam und brachte 1833 das Mexican Flameleaf erstmals in die junge USA, von wo sie den Weg nach Europa fand. Verwendet wurde die strauchartig wuchernde Pflanze allerdings nur als Schnittblume. Sie wurde zu Ehren des „offiziellen“ Entdeckers Poinsettia genannt, doch Botaniker demontierten die Ehrbezeugung bald, indem sie den Weihnachtsstern in die Gattung Euphorbia stellten.

Bis in die 1960er Jahre blieben die Weihnachtssterne trotz ihres schmückenden Laubs lediglich Beiwerk für den weihnachtlichen Blumenschmuck. Erst vor rund 50 Jahren entwickelten Gärtner die uns bekannten Topf-Sorten, die kurzstieliger sind und durch Schnitt eine buschigere und kompaktere Wuchsform zeigen. Das war der Beginn eines paneuropäischen Siegeszugs des Christmas Star als Weihnachtsgeschenk und Dekoration. So schätzen Floristen, dass in den letzten Jahren rund 40 Millionen Weihnachtssterne in Mitteleuropa pro Weihnachtsfest verkauft wurden und werden!

In Frankreich gilt der für uns im Denken ans christliche Weihnachtsfest gebundene Weihnachtsstern als Liebesgabe. Sie schenken den Etoile d’Amour, den Liebesstern, durchs ganze Jahr geliebten Menschen.

Und in Mittelamerika hat zwischen uralten Tempelruinen, die sie vom strahlenden Glanz des christlichen Weihnachtsfestes beschatten, die Sage überlebt, dass die roten Hochblätter vom Blut des gebrochenen Herzens einer aztekischen Göttin stammen.

Vielleicht war es ihre Statue, von der die armen Kinder die Zweige pflückten, um sie vom heidnischen Urwald in das katholische Gotteshaus zu bringen…

aus dem Kräuterblog 10.12.2008