Sanddorn und Apfeldattel – unser Jahresausflug 2026

Unser diesjähriger Jahresausflug führte uns ins Marchfeld und bot spannende Einblicke in zwei außergewöhnliche landwirtschaftliche Betriebe.
Zu Besuch bei Marchfelder Bio-Sanddorn
Unser erster Programmpunkt war der Betrieb Marchfelder Bio-Sanddorn. Veronika Burik führte uns durch ihren Sanddorngarten und erzählte uns viel Wissenswertes über den Anbau, die Ernte und die Verarbeitung der leuchtend orangefarbenen Früchte.
Veronika und René Burik bauen seit 2019 auf einer Fläche von rund 6 Hektar biologischen Sanddorn an. Ursprünglich dachten sie, dass sie mit dieser robusten Sonderkultur eine Pflanze gewählt haben, die gut mit den trockenen und sonnigen Bedingungen des Marchfelds zurechtkommt. Leider hat sich das dieses Jahr nicht bewahrheitet. Die diesjährige Ernte war aufgrund der Hitze und der Stare sehr dezimiert.
Aus den Früchten entstehen unter anderem Saft, Fruchtaufstriche und Oxymel. Nach der Führung durften wir verschiedene Produkte verkosten und konnten uns selbst davon überzeugen, wie vielseitig Sanddorn verwendet werden kann.

Wissenswertes über den Sanddorn
Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein dorniger Strauch, der besonders für seine intensiv orangefarbenen Früchte bekannt ist. Er bevorzugt sonnige Standorte und kommt auch mit kargen, sandigen Böden gut zurecht. Da Sanddorn zweihäusig ist, gibt es männliche und weibliche Pflanzen. Damit die weiblichen Sträucher Früchte tragen, müssen daher auch männliche Pflanzen in der Anlage wachsen.
Die säuerlich-herben Früchte enthalten besonders viel Vitamin C sowie Carotinoide, Vitamin E und wertvolle Pflanzenöle. Nicht nur das Fruchtfleisch, sondern auch die Kerne können verarbeitet werden. Aufgrund ihres kräftigen Geschmacks werden die Früchte nur selten roh gegessen. Umso vielfältiger lassen sie sich zu Säften, Fruchtaufstrichen, Sirup, Essig, Likör oder anderen Spezialitäten verarbeiten.
Weitere Informationen zum Betrieb gibt es auf der Website von Marchfelder Bio-Sanddorn.





Mittagessen im gluatherd
Für unser gemeinsames Mittagessen haben wir das gluatherd in Mannsdorf gewählt. In einem tollen Ambiente kann man gute, kreative Wirtshausküche genießen. Wir haben uns sehr wohlgefühlt und können das gluatherd für einen Ausflug ins Marchfeld wirklich sehr empfehlen.
Die Apfeldattel – eine besondere Frucht im Marchfeld
Am Nachmittag besuchten wir die Apfeldattlerei in Orth an der Donau bzw. den Dattelhain in Kopfstetten. Dort lernten wir eine Pflanze kennen, die bei uns noch weitgehend unbekannt ist: die Chinesische Jujube (Ziziphus jujuba).

Chinesische Dattel, Rote Dattel, Brustbeere, Azufaifa oder Apfeldattel – all diese Bezeichnungen stehen für ein und dieselbe Pflanze. Ihre lange Geschichte reicht bis nach Nordostchina zurück, wo sie bereits vor rund 5.000 Jahren erwähnt wurde. Über die Seidenstraße gelangte sie schließlich nach Europa.
Simone und Florian Prikowitsch kamen durch einen Freund erstmals mit der Apfeldattel in Kontakt. Nachdem sie die Früchte probiert hatten, begannen sie, sich näher mit der Pflanze zu beschäftigen. Aus dieser Begeisterung entstand 2018 die Apfeldattlerei. Seit 2019 kultivieren sie in zwei Hainen vier verschiedene Sorten. Mittlerweile wachsen dort rund 1.000 Bäume.
Frisch geerntet sind Apfeldatteln knackig und besitzen ein apfelähnliches Aroma. Beim Trocknen verändert sich ihr Geschmack und erinnert an Zimt und Gewürznelken. Die Früchte können frisch oder getrocknet gegessen und beispielsweise für Tee, Müsli und Backwaren verwendet werden. Geerntet wird von Mitte September bis November sorgfältig von Hand.
Bei der Besichtigung erhielten wir spannende Einblicke in den Anbau, die unterschiedlichen Sorten und die Verarbeitung der Früchte. Natürlich durften wir die Apfeldatteln auch verkosten. Weitere Informationen findet man auf der Website der Apfeldattlerei.






Ein gelungener gemeinsamer Tag
Unser Jahresausflug zeigte einmal mehr, welche außergewöhnlichen Pflanzen und innovativen landwirtschaftlichen Projekte es direkt vor unserer Haustür zu entdecken gibt. Sanddorn und Apfeldattel sind nicht nur geschmacklich interessant, sondern eröffnen auch viele Möglichkeiten für die kreative Verarbeitung.
Vielen Dank an Veronika sowie an Simone und Florian für die herzlichen Empfänge und die interessanten Einblicke in ihre Arbeit.
Es war ein rundum gelungener Jahresausflug mit viel neuem Wissen, kulinarischen Entdeckungen und schönen gemeinsamen Begegnungen. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und beginnen bereits jetzt mit der Planung.
